{"id":207,"date":"2018-09-18T16:59:38","date_gmt":"2018-09-18T14:59:38","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/?p=207"},"modified":"2018-09-18T18:00:25","modified_gmt":"2018-09-18T16:00:25","slug":"finnland-2018-lappeenranta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/2018\/09\/18\/finnland-2018-lappeenranta\/","title":{"rendered":"Finnland 2018 &#8211; Lappeenranta"},"content":{"rendered":"\n<p><em>&#8211; by\u00a0 Simeon Herrmann<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><!--more--><\/p>\n\n\n\n<p><br \/>Von Januar bis Mai war ich f\u00fcr mein Erasmus-Auslandssemester in Lappeenranta, Finnland, genauer gesagt an der Lappeenranta University of Technology. Lappeenranta ist eine kleine Stadt im S\u00fcdosten Finnlands, nahe der russischen Grenze und ca. 2 Stunden Zugfahrt entfernt von der Haupstadt Helsinki.<\/p>\n\n\n\n<p>In Lappeenranta gibt es pro Jahr ebenfalls zwei Semester, welche allerdings anders aufgeteilt sind als in Deutschland. Das Autumn Semester geht von September bis Dezember und das Spring Semester von Januar bis Mai. Jedes Semester ist dabei auch noch in zwei Perioden aufgeteilt, die erm\u00f6glichen, dass manche Kurse auch nur die erste oder zweite H\u00e4lfte eines Semesters stattfinden. Die Unterschiede der Semesterzeiten k\u00f6nnen nat\u00fcrlich schon zu Problemen f\u00fchren. Bei mir bedeutete das Studieren im Spring Semester beispielsweise, dass ich die finale Phase des heimischen Wintersemesters bereits verpasse, aber auch den Anfang des kommenden Sommersemesters. Die Bewerbung bei der LUT funktionierte dann gr\u00f6\u00dftenteils problemfrei, haupts\u00e4chlich \u00fcber eine separate Seite (mobility-online) mit Checklisten f\u00fcr die erforderlichen Dokumente.<\/p>\n\n\n\n<p>Bez\u00fcglich der Unterkunft muss man sich keine gro\u00dfen Sorgen machen. LOAS, die Organisation, die die Studentenwohnheime in Lappeenranta bereitstellt, gibt Studenten, gerade Austauschstudenten praktisch eine Garantie, ein Zimmer zu bekommen, meistens in einer 2er- oder 3er-Wg. Eine Anfrage muss man allerdings dennoch separat auf deren Seite stellen. Auf deren Seite loas.fi kann man sich die Wohnheime und deren Lage sowie Preise auch anschauen. Als Austauschstudent kommen normalerweise allerdings nur drei Wohnheime in Frage, in denen auch gr\u00f6\u00dftenteils internationale Studenten wohnen. Gerade im Wohnheim in der Stra\u00dfe Karankokatu, in dem ich wohnte, lebten die meisten Austauschstudenten, was f\u00fcr das Zusammenleben untereinander wirklich optimal ist. Die angegebenen Mietpreise waren jedoch deutlich zu niedrig angesetzt. W\u00e4hrend ein Zimmer in einer 3er-WG in Karankokatu laut Website 233 Euro kosten sollte, wurden am Ende 286 Euro zuz\u00fcglich 30 Euro M\u00f6bel- und Stromgeb\u00fchr verlangt. Da die Bearbeitung der Anfragen leider auch nicht besonders transparent ist und man nur ein Angebot f\u00fcr ein Zimmer bekommt, bleibt einem auch nicht viel anderes \u00fcbrig, als dieses anzunehmen. \u00dcberhaupt sind die Preise in Finnland ziemlich hoch, daher sollte man f\u00fcr die Zeit schon etwas Geld gespart oder so zur Verf\u00fcgung haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kurse an der LUT sind generell etwas anders als in Deutschland. Die Teilnehmerzahlen sind geringer, jedenfalls in den Kursen, die f\u00fcr Austauschstudenten angeboten werden, und es gibt viele Gruppenarbeiten- und projekte sowie regelm\u00e4\u00dfige Reports. Meine Kurse beinhalteten die letzten beiden Dinge zwar weniger, aber unterschieden sich dennoch von dem was ich bisher kannte.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die Kurse \u201eDesign Patterns\u201c und \u201eOptimization ins business and industry\u201c relativ normal waren mit Vorlesungen und Gruppenabgaben, waren die Kurse \u201eIntroduction to Economics\u201c sowie \u201eGreen IT and Sustainable Computing\u201c beide nur reine Einzelarbeit f\u00fcr mich, in der ich zusammen drei B\u00fccher mit 300 bis 900 Seiten lesen musste. Vorlesungen und \u00dcbungen gab es in meinem Fall\u00a0 nicht. Im ersten der beiden Kurse gab es nur eine Multiple-Choice-Klausur am Computer und in Green IT musste anhand der Materialien als einzige Pr\u00fcfungsleistung eine Hausarbeit mit verschiedenen Teilaufgaben geschrieben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In beiden F\u00e4chern litt unter dieser Menge, die man zu lesen und zu schreiben hatte, dann leider auch die Qualit\u00e4t der eigenen Leistung, was Kommilitonen z.B. bei w\u00f6chentlichen Reports genau so erging. Gruppenarbeiten gestalteten sich h\u00e4ufig auch als schwierig in der Kommunikation, jedenfalls mit Einheimischen. Trotz der vielen Freizeitaktivit\u00e4ten (sp\u00e4ter im Text) sa\u00dfen viele Kommilitonen und auch ich daher einen gro\u00dfen Teil der Tage vormittags bis sp\u00e4t nachmittags zusammen in der Bibliothek, was aufgrund der Gemeinschaft allerdings auch weniger trist war als es klingt.<\/p>\n\n\n\n<p>Des Weiteren werden einige Sprachkurse angeboten. Ich habe beispielsweise auch Finnisch 1 und 2 belegt, was einen interessanten Einblick in die Sprache gibt. Je nachdem wie intensiv man lernt, kann einem das schon mal im Supermarkt o.\u00e4. helfen, f\u00fcr weiteres ist die Sprache aber zu komplex um sie in der wenigen Zeit ansatzweise zu beherrschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Generell ist die Ausstattung der LUT schon moderner und komfortabler als das, was man in Deutschland gewohnt ist. Es gibt f\u00fcnf verschieden Restaurants bzw. Mensen auf dem und in der N\u00e4he des Campus, \u00fcberall gen\u00fcgend Sitzm\u00f6glichkeiten und eine Bibliothek mit drei Stockwerken, in der man sowohl in Ruhe als auch in lockerer Atmosph\u00e4re arbeiten kann inklusive Gruppenarbeitsr\u00e4umen, die man online reservieren kann. Zudem ist der Gro\u00dfteil der Uni auch 24\/7 begehbar, auch wenn \u00fcber nachts nur mit einem magnetischen Schl\u00fcssel, den Studenten und Mitarbeiter bekommen. Auch zwei Fitnessr\u00e4ume, Sportkurse und Sporthallen, die man ebenfalls privat und kostenlos reservieren kann, gibt es auf dem Campus. Da die LUT sehr viele internationale Studenten aufnimmt, kann man sich auch als nicht finnisch sprechender Mensch gut zurechtfinden, sowohl was Mitarbeiter als auch Schilder usw. betrifft.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies soweit zu der mehr akademischen Seite des Auslandssemesters. Denn auch wenn es eigentlich ja prim\u00e4r um das Studieren im Ausland geht, bleibt letztendlich doch eher das (miteinander) Leben im Ausland im Kopf. Wie schon gesagt, leben die Austauschstudenten quasi immer zusammen und so hat man einfach ein einmaliges Zusammenleben dort. Man wird so zwar wirklich etwas von den Finnen separiert, jedoch ist es ohnehin etwas schwierig mit Finnen bzw. den heimischen Studenten n\u00e4her in Kontakt zu kommen, wenn diese einfach mehr im Alltag sind und schon viele Bekanntschaften habe. Zudem sind die Finnen ja bekannterweise auch etwas introvertierter.<\/p>\n\n\n\n<p>Nichtsdestotrotz haben wir auch einige internationale Studenten oder Finnen kennengelernt, mit denen man im Kontakt geblieben ist und die auch sehr offen und freundlich waren. Den Gro\u00dfteil der Zeit bleibt man dann aber doch unter sich, da die Unternehmenslust unter den Austauschstudenten etwas gr\u00f6\u00dfer ist und man quasi miteinander lebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Lappeenranta selbst ist eine recht beschauliche Stadt und bietet abgesehen von der idyllischen Natur mit vielen W\u00e4ldern und dem gr\u00f6\u00dften See Finnlands theoretisch erstmal nicht so viel. Die Uni sowie\u00a0das Stadtzentrum liegen beide etwa 3 km vom Wohnheim entfernt, jedoch jeweils genau in die andere Richtung. Meistens pendelt man daher eher zwischen Uni und Wohnheim und kommt gar nicht so h\u00e4ufig ins Zentrum, das immerhin ein paar Einkaufszentren, Kneipen und zwei bis drei Clubs bietet. Pers\u00f6nlich fand ich das sehr angenehm, eben nicht von einem riesigen Angebot einer Gro\u00dfstadt erschlagen zu werden. So geht abends nicht jeder woanders hin und man sorgt einfach selber f\u00fcr Stimmung. Sozial offen sollte man deshalb allerdings schon sein, denn alleine wird es m\u00f6glicherweise doch langweilig auf Dauer. Es ist aber auch alles andere als schwer, Anschluss zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Abseits vom Nachtleben h\u00e4ngt das Freizeitangebot nat\u00fcrlich auch stark von der Jahreszeit ab, in der man studiert. W\u00e4hrend sommerlicher Temperaturen kann man im See baden, grillen oder Kayak fahren, und im Winter Cross-Country Skiing oder Schlittschuh fahren oder auf dem zugefrorenen Eis spazieren gehen. Ich pers\u00f6nlich hatte w\u00e4hrend des Fr\u00fchlingssemesters aufgrund des ungew\u00f6hnlich warmen Fr\u00fchlings nach dem langen Winter zu beiden Seiten die M\u00f6glichkeit. In die Sauna geht man hingegen \u00fcber die ganze Zeit regelm\u00e4\u00dfig.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer gro\u00dfer Teil ist nat\u00fcrlich das Reisen. Abgesehen von den M\u00f6glichkeiten von sich aus mit Freunden durch Finnland und Umgebung, gerade Russland bietet sich an, zu reisen, gibt es auch einige organisierte Trips des Erasmus Student Networks in Lappeenranta. In meinem Semester wurden Tallinn, Lappland, St. Petersburg und eine Party-Kreuzfahrt nach Stockholm angeboten. Auf einigen dieser Reisen trifft man dabei auch auf Erasmus-Studenten aus anderen St\u00e4dten in Finnland oder benachbarten L\u00e4ndern. Gerade die Fahrt nach Lappland ist trotz anstrengender, langer Busfahrten eine einmalige Erfahrung, bei der man auch gute Chancen hat, Nordlichter zu sehen und man bis an die norwegische K\u00fcste am Nordpolarmeer kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles in allem ist ein Auslandssemester in Lappeenranta daher absolut zu empfehlen. Wer nach Gro\u00dfstadtleben in einer pulsierenden Stadt sucht, f\u00fcr den ist es vielleicht weniger geeignet. Doch wer sich in der Natur und Kleinstadtatmosph\u00e4re wohlf\u00fchlt und sich ein enges Zusammenleben mit den Kommilitonen w\u00fcnscht, f\u00fcr den ist Lappeenranta optimal.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1184\" height=\"720\" src=\"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/wp-content\/uploads\/sites\/50\/2015\/10\/Wohnheim-in-Karankokatu.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-209\" srcset=\"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/wp-content\/uploads\/sites\/50\/2015\/10\/Wohnheim-in-Karankokatu.png 1184w, https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/wp-content\/uploads\/sites\/50\/2015\/10\/Wohnheim-in-Karankokatu-300x182.png 300w, https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/wp-content\/uploads\/sites\/50\/2015\/10\/Wohnheim-in-Karankokatu-768x467.png 768w, https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/wp-content\/uploads\/sites\/50\/2015\/10\/Wohnheim-in-Karankokatu-1024x623.png 1024w, https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/wp-content\/uploads\/sites\/50\/2015\/10\/Wohnheim-in-Karankokatu-600x365.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Wohnheim in Karankokatu<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; by\u00a0 Simeon Herrmann<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":208,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-207","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/207","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=207"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/207\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":239,"href":"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/207\/revisions\/239"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/wp-json\/wp\/v2\/media\/208"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=207"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=207"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/auslandsstudium\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=207"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}