{"id":195,"date":"2021-04-15T08:32:10","date_gmt":"2021-04-15T06:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/fachbereich2\/?p=195"},"modified":"2021-04-15T16:03:21","modified_gmt":"2021-04-15T14:03:21","slug":"musikalischer-wanderweg-oberes-mittelrheintal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/fachbereich2\/2021\/04\/15\/musikalischer-wanderweg-oberes-mittelrheintal\/","title":{"rendered":"Musikalischer Wanderweg Oberes Mittelrheintal"},"content":{"rendered":"<p>Preistr\u00e4ger des Ideenwettbewerbs zu Nachhaltigkeitsprojekten im Welterbe Oberes Mittelrheintal #bugauni2029<\/p>\n<p><strong>\u201eDer tiefe Rhein tr\u00e4gt jeder Sehnsucht Traum\u201c (Achim von Armin)<\/strong><\/p>\n<p>Wir folgen einem beschilderten Pfad, die ersten Sonnenstrahlen des Fr\u00fchlings fallen durch das Bl\u00e4tterwerk auf den Waldboden. Der Weg f\u00fchrt uns \u00fcber kleine B\u00e4che und Br\u00fccken, dann weites Feld und schlie\u00dflich blicken wir durch knorrige Weinreben auf idyllische Ortschaften, Burgen und Schl\u00f6sschen in das weite Tal des Oberen Mittelrheins. Der Fluss schl\u00e4ngelt sich durch die gr\u00fcne Landschaft, hier und da klaffen kantige Felsw\u00e4nde hervor. Die Wanderlust packte viele auch schon vor der globalen Pandemie. Mit dem neuen Corona-Alltag verst\u00e4rkte sich der Wunsch nach Bewegung in naturgepr\u00e4gten Landschaften. Viele Menschen entdecken ihre eigene Region auf einmal also ganz neu. <!--more-->Auch Christian Jeub, Leiter der Universit\u00e4tsmusik in Koblenz, erkundete Rheinsteig und Rheinburgenweg und stellte sich im Rahmen des Ideenwettbewerbs des Campus Koblenz zu Nachhaltigkeitsprojekten im Welterbe Oberes Mittelrheintal die Frage: Was macht Heimat aus? Was macht diese Region aus? Auf den Spuren Clemens Brentanos und Achim von Arnims, deren Reise von Oestrich-Winkel nach Koblenz als Inspirationsquelle des romantischen Herzst\u00fccks dem Knaben Wunderhorn gilt, weht einem der Hauch der Geschichte entgegen. Die m\u00e4rchenhafte Landschaft regte \u00fcber die Jahrhunderte hinweg viele K\u00fcnstler:innen zu Gedichten und musikalischen Kompositionen rund um die sagenumwobene Rheinlandschaft an. Aus diesem F\u00fcllhorn kulturellen Nachklangs m\u00f6chte das Projekt sch\u00f6pfen und wird als Preistr\u00e4ger des Ideenwettbewerbs nun gef\u00f6rdert. Der Musikalische Wanderweg Oberes Mittelrheintal wird als Nachhaltigkeitsprojekt in der Region der BUGA 2029 in die Tat umgesetzt.<\/p>\n<p><strong>\u201eEin Musiker, der so etwas sieht, wundert sich, dass man das heutzutage nicht h\u00f6ren kann.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWenn man diese Wanderwege geht, ist man viele Stunden unterwegs. Ich dachte mir, dass es eigentlich ein sch\u00f6ner Impuls sein k\u00f6nnte, an den Aussichtspunkten, den Klippen, auch die Musik, die diese Region bewirkt hat, wahrzunehmen. Der Musik also in dem Kontext zu lauschen, in dem sie sozusagen ihren Ursprung gefunden hat\u201c, schildert Christian Jeub. Beim Betrachten der Gedenkinschrift zum Loreley-Lied war die Grundidee des Projektes schlie\u00dflich geboren. \u201eEin Musiker, der so etwas sieht, wundert sich, dass man das heutzutage nicht h\u00f6ren kann. Ich stellte mir vor, dass wir Musik einspielen und digital verf\u00fcgbar machen k\u00f6nnten. Sozusagen als Motivationspunkt auf den langen Wanderungen, aber auch umgekehrt, um die Landschaft musikalisch erfahrbar zu machen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Es geht darum, den kulturellen Nachklang der Region in der Landschaftsatmosph\u00e4re leiblich erfahrbar zu mache.<\/strong><\/p>\n<p>Die Grundidee war geboren und soll nun in Kooperation mit dem Institut f\u00fcr Kulturwissenschaft auch technisch umgesetzt werden. Florian Weber, wissenschaftlicher Mitarbeiter im durch das Land Rheinland-Pfalz gef\u00f6rderten Forschungsprojekt \u201eKuLaDig-RLP\u201c (digitale Erfassung und Repr\u00e4sentation von Kulturlandschaften) erg\u00e4nzt: \u201eUnser erster Impuls war es, die Musikst\u00fccke \u00fcber einen QR-Code abrufbar zu machen. Das scheint uns ein zu bew\u00e4ltigender Weg. Die Frage ist, welche Plattform wir nutzen m\u00f6chten. Das kann KuLaDig sein, das k\u00f6nnte aber auch mehr sein.\u201c KuLaDig verf\u00fcgt bereits \u00fcber eine gro\u00dfe Reichweite und erfolgreiche Strukturen. In Teilprojekten werden immer wieder neue Modelle entwickelt, um Kulturlandschaft digital aufzubereiten. Das Projekt Musikalischer Wanderweg Oberes Mittelrheintal kann einerseits auf diese bestehenden Strukturen setzen, m\u00f6chte aber auch eine dynamischere, unmittelbarere Verbindung zur Zielgruppe aufbauen. \u201eWir m\u00f6chten umst\u00e4ndliche Zwischenklicks und umfangreiche Texte vermeiden. Bedarfsanalytisch ist zu kl\u00e4ren, was sich Wanderer w\u00fcnschen und wie wir unser Vorhaben bestm\u00f6glich umsetzen k\u00f6nnen. Das leibliche Erleben der Landschaftsatmosph\u00e4re im Zusammenspiel mit dem kulturellen Nachklang der Region in Form von musikalischen St\u00fccken oder Gedichten soll im Vordergrund stehen\u201c, f\u00fchrt Florian Weber weiter aus. Die Idee ist, mit einem k\u00fcrzeren Wanderweg um die Loreley herum zu starten und eine Dichte von Kulturpunkten herzustellen. Das Projekt k\u00f6nnte mit etwa zw\u00f6lf musikalischen Stationen starten, die dann sukzessive erweitert werden. Ziel ist es, Motivationspunkte des Innehaltens und Nachsinnens zu gestalten. An diesem Vorhaben wird nicht nur universit\u00e4tsintern im Tandem gearbeitet, Universit\u00e4tsmusik und Kulturwissenschaft haben sich auch mit regionalen Akteuren zusammengetan. Die Romantische Rheintourismus GmbH h\u00e4lt Wanderwege instand, vermarktet sie und ist sehr daran interessiert, neue Impulse und Ideen umzusetzen.<\/p>\n<p><strong>\u201eIl freddo Rheno\u201c \u2013 Der kalte Rhein<\/strong><\/p>\n<p>Orlando di Lassos Komposition \u201eIl freddo Rheno\u201c aus dem Jahre 1555 ist nicht nur ein Zeugnis dessen, dass die Landschaftsatmosph\u00e4re des Rheins auch \u00fcber die Landesgrenzen hinaus gro\u00dfe Bewunderung fand. Der Text erz\u00e4hlt von einer strahlenden G\u00f6ttin an den Ufern des Rheins und erinnert an jene Loreley-Sage, die Heinrich Heine knapp 200 Jahre sp\u00e4ter in Verse kleidete. Die Komposition \u201eIl freddo Rheno\u201c stellt eine Idee der musikalischen Umsetzung des Projektes dar. Etwa f\u00fcnf bis sechs Studierende der Universit\u00e4tsmusik werden dieses St\u00fcck einsingen. \u201eKleine Vokalensembles, Symphonieorchester, Klavier, Holzblasensemble, Universit\u00e4tschor in gro\u00dfer St\u00e4rke. Ich kann mir da ganz unterschiedliche Ensembles vorstellen\u201c, sagt Christian Jeub. Studierende werden sowohl in der musikalischen als auch der technischen Umsetzung involviert sein. So ist etwa geplant, Kulturwissenschaftler:innen im Rahmen von Kulturmanagementprojekten, Bedarfs- und Zielgruppenanalysen sowie durch Erstellung von Scrollytelling-Seiten und Podcasts miteinzubeziehen. \u201eWir k\u00f6nnen uns vorstellen, mit Studierenden eine Art Radiobeitrag zu gestalten, also kurze stationsgebundene Erl\u00e4uterungen und Kontexte zu den Musikst\u00fccken einzusprechen und abrufbar zu machen\u201c, erg\u00e4nzt Florian Weber. Sobald das Kernkonzept steht, soll das Projekt Musikalischer Wanderweg Oberes Mittelrheintal auch in ein Seminar eingebunden werden und stellt somit ein kreatives Format dar, wie akademische Arbeit ganz praktisch in die Region, aber auch in die universit\u00e4re Lehre getragen werden kann. Wer den Musikalischen Wanderweg selbst erleben m\u00f6chte, muss nicht bis zur Bundesgartenschau 2029 warten. Erste Stationen k\u00f6nnten bereits Ende 2022 zu h\u00f6ren sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Preistr\u00e4ger des Ideenwettbewerbs zu Nachhaltigkeitsprojekten im Welterbe Oberes Mittelrheintal #bugauni2029 \u201eDer tiefe Rhein tr\u00e4gt jeder Sehnsucht Traum\u201c (Achim von Armin) Wir folgen einem beschilderten Pfad, die ersten Sonnenstrahlen des Fr\u00fchlings fallen durch das Bl\u00e4tterwerk auf den Waldboden. 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