{"id":215,"date":"2021-08-20T10:42:51","date_gmt":"2021-08-20T08:42:51","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/fachbereich2\/?p=215"},"modified":"2022-04-01T11:15:34","modified_gmt":"2022-04-01T09:15:34","slug":"praktisch-studieren-drei-studentische-hilfskraefte-des-projektes-kuladig-rlp-berichten-ueber-spass-an-der-arbeit-herausforderungen-und-wertvolle-erfahrungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp.uni-koblenz.de\/fachbereich2\/2021\/08\/20\/praktisch-studieren-drei-studentische-hilfskraefte-des-projektes-kuladig-rlp-berichten-ueber-spass-an-der-arbeit-herausforderungen-und-wertvolle-erfahrungen\/","title":{"rendered":"Studentische Hilfskr\u00e4fte im Projekt KuLaDig berichten"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eDigitale Erfassung und Pr\u00e4sentation von Kulturlandschaft in Rheinland-Pfalz\u201c \u2013 kurz \u201eKuLaDig-RLP\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Das vom Innenministerium des Landes Rheinland-Pfalz gef\u00f6rderte Projekt KuLaDig-RLP wird vom Institut f\u00fcr Kulturwissenschaft und der SGD-S\u00fcd unterst\u00fctzt und bietet j\u00e4hrlich rund zehn ausgew\u00e4hlten Kommunen die M\u00f6glichkeit, ihr jeweils sehr spezifisches kulturelles Erbe medial zu erfassen und digital zug\u00e4nglich zu machen. Projektleitung (Michael Klemm, Florian Weber und Matthias Dreyer) und Studierende der Universit\u00e4t Koblenz-Landau arbeiten dabei eng mit den \u00f6rtlichen Akteur:innen zusammen, erstellen zum einen gemeinsam Konzepte und setzen diese multimedial in die Tat um. So werden etwa ausgew\u00e4hlte Objekte u. a. mit QR-Codes sichtbar, lesbar oder h\u00f6rbar und die kulturelle Vielfalt der Region in ansprechender Weise erlebbar gemacht. <!--more-->Das gro\u00dfe mediale Interesse an KuLaDig-RLP zeugt von den zukunftsweisenden Ideen und erfolgreichen Umsetzungen. Von Annweiler \u00fcber Lauterecken bis Hottenbach \u2013 die zahlreichen Artikel in der Regionalpresse erz\u00e4hlen Geschichten von zufriedenen Kommunen, die stolz sind, Teil des Projektes sein zu d\u00fcrfen. Die Erstellung von Text, Bild, Audio- und Videoaufnahmen sowie Organisation und Kommunikation zwischen allen Beteiligten ist zeit- und arbeitsintensiv und ohne das engagierte Mitwirken studentischer Hilfskr\u00e4fte kaum umsetzbar. Die Kulturwissenschaftsstudentinnen Sarah Krieger, Nadja Rieger und Lisa-Marie L\u00f6sch sind Ansprechpartnerinnen f\u00fcr die studentischen Projektteams, fungieren als Tutorinnen, schreiben und redigieren Texte, sorgen \u00fcber die Social-Media-Kan\u00e4le f\u00fcr eine ansprechende \u00d6ffentlichkeitsarbeit oder unterst\u00fctzen bei Videoaufnahmen und Postproduktion im Medienlabor. \u201eIch habe den ersten Projektdurchlauf als Studentin mitgemacht. Damals war ich in Deidesheim und wurde sp\u00e4ter von der Projektleitung gefragt, ob ich an einer Hilfskraftstelle interessiert sei. Das ist jetzt eineinhalb Jahre her und ich bin froh, zugesagt zu haben. Die Arbeit in der Kommune, wirklich ins Feld zu gehen, hat mir so gro\u00dfen Spa\u00df gemacht, dass ich aktuell sogar wieder vor Ort in Kierweiler mitwirke\u201c, erz\u00e4hlt Sarah Krieger und f\u00fcgt hinzu: \u201eEs ist wirklich wichtig, die Ortschaft kennenzulernen, nicht aus der Ferne die Texte zu schreiben, mal einen Tag Fotos zu schie\u00dfen und das war\u2018s, sondern sich wirklich darauf einzulassen und zu verstehen, was den Menschen dort wichtig ist. Das ist keine oberfl\u00e4chliche Arbeit, sondern geht in die Tiefe!\u201c Die richtige Herangehensweise sei ein spannender Lernprozess gewesen. Mittlerweile k\u00f6nnen die Hilfskr\u00e4fte als auch das Projekt im Allgemeinen auf Erfahrungswerte zur\u00fcckgreifen, wodurch die Arbeitsabl\u00e4ufe deutlich strukturierter als zu Beginn geworden seien. Noch bevor es zum Au\u00dfeneinsatz in der jeweiligen Kommune kommt, werden Videokonferenzen mit den Hauptansprechpartner:innen abgehalten, erste Literaturrecherchen geben Aufschluss dar\u00fcber, welche Objekte in Szene zu setzen sind und wie dies am besten gelingt. \u201eWir wissen meist vorab schon sehr viel \u00fcber Ortsgeschichte, Geb\u00e4ude, Skulpturen oder andere Objekte und machen uns Gedanken, welche Fotos und Texte n\u00f6tig sind oder sogar, wo wir beispielsweise Detailaufnahmen brauchen.\u201c Vor Ort sind die Projektgruppen meist mehrere Tage, sammeln bei der Begehung erste Eindr\u00fccke und kommen in den Genuss exklusiver F\u00fchrungen und Erl\u00e4uterungen etwa durch Ortshistoriker:innen oder Tourismusleiter:innen. \u201eDas sind spannende Einblicke, die uns gew\u00e4hrt werden und die in dieser Art und Weise nur sehr wenige bekommen, in Laubenheim beispielsweise ist Lisa mit Studis und dem halben Dorf in eine M\u00fchle gegangen. Das war f\u00fcr alle ein besonderes, einmaliges und vor allem gemeinsames Erlebnis.\u201c<\/p>\n<p><strong>Die h\u00e4ufigste Frage an Kulturwissenschaftler:innen: Was macht man denn damit? \u2013 Die Projektarbeit bringt wertvolle Praxiserfahrungen mit sich. <\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr Sarah Krieger ergab sich bereits aus dem ersten Projektdurchlauf eine Praktikumsstelle in der Tourismusinformation in Deidesheim. \u00dcberhaupt sei die Projektarbeit eine wunderbare M\u00f6glichkeit, die Theorie aus dem H\u00f6rsaal in die Praxis vor Ort zu tragen, sich kreativ auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln und schlie\u00dflich auch berufliche Perspektiven aufzuzeigen. Dabei sind die Aufgaben und Ausrichtungen vielseitig. W\u00e4hrend Sarah vor allem die Planung, Organisation und Kommunikation sch\u00e4tzt und sich eine berufliche Zukunft im Kulturmanagement gut vorstellen kann, ist Lisa f\u00fcr die technische und kreative Umsetzung in Bild und Ton zu begeistern und Nadja f\u00fchlt sich im Bereich PR zu Hause. \u201eIch war in H\u00f6rgrenzhausen, dort gilt die T\u00f6pferei als wichtiges Kulturgut und jetzt wei\u00df ich total viel \u00fcber T\u00f6pferei und finde das total cool [lacht]! Das mag sich jetzt albern anh\u00f6ren, aber es ist ein absoluter Bonus, von interessanten Dingen zu erfahren, die man ansonsten niemals auf dem Schirm gehabt h\u00e4tte. Mir war nicht bewusst, dass die T\u00f6pferei Themen wie Nachhaltigkeit, zukunftsweisende Forschung und Technik beinhaltet. So erweitern wir ganz nebenbei unseren Horizont\u201c, berichtet Nadja Rieger begeistert. Neben diesen unerwarteten Erfahrungen sch\u00e4tzen die studentischen Hilfskr\u00e4fte die historischen Einblicke sowie das Gef\u00fchl, nach langwieriger Planung mit einem fertigen Ergebnis belohnt zu werden. Gleichzeitig sei dieses \u201eEndprodukt\u201c und die damit verbundenen Erwartungshaltungen vonseiten der Projektleitung, der jeweiligen Kommune als auch der studentischen Teams selbst in Einklang zu bringen, ehrgeiziges Ziel und gr\u00f6\u00dfte Herausforderung zugleich. Perfektion, das haben Sarah, Nadja und Lisa dabei gelernt, gebe es nicht. \u201eBeispielsweise bei Farbkonzepten f\u00fcr unseren Social-Media-Auftritt haben wir uns schwergetan. Designkonzepterstellung ist nicht umsonst ein Ausbildungsberuf und wir sind auch kein professionelles Filmteam, da sollten wir uns realistische Ziele setzen. Aber ich denke, eine der gr\u00f6\u00dften St\u00e4rken von uns Kulturwissenschaftler:innen ist ein lernwilliges Sich-Ranwagen!\u201c<\/p>\n<p><strong>Projektarbeit, studentische Hilfskraft: Kann ich das \u00fcberhaupt? <\/strong><\/p>\n<p>Offenheit, Empathie und Interesse solle man in jedem Falle mitbringen, raten die KuLaDig-Hiwis und erg\u00e4nzen: \u201eDas l\u00e4sst sich nicht an einem halben Tag erledigen. Die Teilnehmer:innen sollten sich schon bewusst machen, dass sie es nicht mit einer Vorlesung zu tun haben, in der sie 90 Minuten mitschreiben und dann nach Hause gehen. Projektarbeit hei\u00dft rausgehen, mit Menschen sprechen und Neues kennenlernen.\u201c Die Freude am Lernen und eine gewisse Flexibilit\u00e4t seien obligatorisch. \u201eEs ist ein fluider und zyklischer Prozess, auf den man sich einlassen muss\u201c, meint Sarah. Der Perspektivwechsel belohnt die Teilnehmer:innen mit wertvollen Erfahrungen und einer Vielzahl an Kompetenzen, die man sich innerhalb k\u00fcrzester Zeit aneignet. Au\u00dferdem sei die Projektarbeit wie ein Test, der die Fragen: Was kann ich jetzt eigentlich und war es die richtige Entscheidung, Kulturwissenschaft zu studieren, aufwerfe. Die Antwort der drei jungen Studentinnen ist eindeutig: \u201eDas ist definitiv das Richtige f\u00fcr uns!\u201c<\/p>\n<p>Sarah, Nadja und Lisa sind mittlerweile erfahrene Hilfskr\u00e4fte, berichten aber dennoch von anf\u00e4nglichen Unsicherheiten: \u201eIch glaube, bevor ich die Stelle hatte, empfand ich die Stellenausschreibungen als einsch\u00fcchternd. Ich habe mir das irgendwie nicht zugetraut, aber man findet sich wirklich rein, es ist teilweise ein \u201aLearning by Doing\u2018. Man darf einfach keine Angst haben, Fragen zu stellen, etwas noch nicht so gut zu k\u00f6nnen oder auch mal Fehler zu machen und manchmal sollte man sich auch einfach klarmachen, dass man Kompetenzen hat, die sich lohnen eingebracht zu werden.\u201c Das positive Feedback zu ihrer Arbeit motiviert die drei und gibt Selbstvertrauen. Zum Schluss hebt Sarah noch einmal die zahlreichen M\u00f6glichkeiten hervor, sich studentisch in den Forschungsbetrieb einzubringen: \u201eMittlerweile habe ich drei Hiwi-Stellen neben meinem Studium und nat\u00fcrlich ist da zeitlich irgendwo eine Grenze, aber am liebsten w\u00fcrde ich mich noch an vielen anderen Projekten beteiligen: Kultur im Wandel, Esskulturen, Koblenz Postkolonial, es gibt einfach eine unglaubliche Vielfalt an der Uni Koblenz, aus der man Erfahrungen sch\u00f6pfen kann. Ich kann nur dazu raten, es auszuprobieren und diese Angebote wahrzunehmen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDigitale Erfassung und Pr\u00e4sentation von Kulturlandschaft in Rheinland-Pfalz\u201c \u2013 kurz \u201eKuLaDig-RLP\u201c Das vom Innenministerium des Landes Rheinland-Pfalz gef\u00f6rderte Projekt KuLaDig-RLP wird vom Institut f\u00fcr Kulturwissenschaft und der SGD-S\u00fcd unterst\u00fctzt und bietet j\u00e4hrlich rund zehn ausgew\u00e4hlten Kommunen die M\u00f6glichkeit, ihr jeweils sehr spezifisches kulturelles Erbe medial zu erfassen und digital zug\u00e4nglich zu machen. 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