Fortbildungen
Folgende Fortbildungen wurden in den letzten Semestern angeboten:
Fortbildungen im Schuljahr 2025/26 (WiSe 25/26 & SoSe26)
Elias Schmitt, M.A.
Die erste Fortbildung widmete sich zunächst den Grundlagen des Sprachsystems aus strukturalistischer Sicht. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche sprachlichen Ebenen und Muster sich regelhaft beschreiben lassen und deshalb für sprachdiagnostische Verfahren besonders geeignet sind. Darauf aufbauend wurden verschiedene Verfahren der Sprachdiagnostik vorgestellt, diskutiert und anhand konkreter Beispiele aus der Unterrichtspraxis bei FUNK erprobt. Dazu gehörten unter anderem die Arbeit mit dem Stellungsfeldermodell sowie die Auswertung von C-Tests. Aus den Ergebnissen wurden anschließend didaktische Schlussfolgerungen für den Unterricht gezogen.
Die zweite Fortbildung rückte Metaphern in fachsprachlichen Zusammenhängen in den Fokus. Nach einem Überblick über zentrale linguistische Metapherntheorien wurden verschiedene Formen von Metaphern unterschieden, etwa konventionelle, lexikalisierte und originelle Metaphern. Für die von den Teilnehmenden unterrichteten Schulfächer wurde anschließend ein Panorama fachsprachlicher Metaphern erarbeitet. Dabei ging es insbesondere darum, welche Funktionen Metaphern in Fachsprachen übernehmen und welche Verstehensherausforderungen daraus für DaZ-Lernende entstehen können. Auf dieser Grundlage entwickelten die Teilnehmenden didaktische Konzepte, mit denen Metaphern im DaZ-Kontext vermittelt, reflektiert und produktiv genutzt werden können.
In der dritten Fortbildung standen literaturdidaktische Konzepte im Kontext von Mehrsprachigkeit im Zentrum. Zunächst wurden ausgewählte literaturwissenschaftliche Grundlagen dieser Konzepte geklärt, insbesondere die poetische Funktion nach Roman Jakobson. Anschließend wurden die behandelten Ansätze so weitergedacht, dass ihre zentralen Potenziale auch über den Literaturunterricht hinaus sichtbar wurden, um daraus auch in den MINT-Fächern Kapital zu schlagen. Die Teilnehmenden diskutierten diese Übertragungsmöglichkeiten für ihre jeweiligen Fächer und entwickelten erste Ideen, wie entsprechende Ansätze im FUNK-Unterricht praktisch umgesetzt werden können.
Fortbildungen im Frühjahr 2025 (WiSe 24/25)
Dr. Katharina Hirt
Im Rahmen unserer Fortbildungsreihe beschäftigten sich die Förderlehrer*innen zunächst mit Fachtexten aus verschiedenen bei FUNK angebotenen Unterrichtsfächern. Gemeinsam wurden sprachliche Hürden identifiziert und Möglichkeiten erarbeitet, wie diese im Unterricht sprachförderlich adressiert werden können. Anschließend wurden Methoden erprobt, mit denen sich unbekannte Fachbegriffe effektiv erschließen lassen.
In der zweiten Fortbildung standen Operatoren wie erklären oder erläutern, die regelmäßig in Aufgabenstellungen vorkommen, im Mittelpunkt. Die Anforderungen dieser Operatoren wurden analysiert und darauf aufbauend Lerneinheiten entwickelt, die in den darauffolgenden Wochen im Unterricht getestet wurden. Ergänzend dazu setzten sich die Teilnehmenden mit typischen Herausforderungen der deutschen Aussprache auseinander und lernten passende Übungen und Materialien kennen.
In der abschließenden Fortbildung wurden – angeleitet und im Austausch – Lerneinheiten für verschiedene Themenkurse entwickelt, die vor den Sommerferien angeboten werden sollten.
Welche sprachlichen Register wollen wir bei FUNK fördern und wie bereite ich einen sprachsensiblen Fachunterricht vor? (SoSe 24)
Dr. Katharina Hirt
Mit den Fragen im Titel beschäftigte sich die zweite Fortbildung im Schuljahr 23/24. Dazu im wurden ersten Teil die wesentlichen Merkmale der sprachlichen Register (Bildungssprache, Berufssprache, Fachsprache) mit Relevanz für den fachsprachlichen Förderunterricht behandelt.
Danach wurde Scaffolding als Methode der sprachsensiblen Unterrichtsvorbereitung sowie -durchführung vorgestellt und im Anschluss die Genredidaktik als eine Form des Scaffoldings besprochen. Im zweiten Teil der Fortbildung wurden unter Anleitung Lerneinheiten für eine Reihe von Themenkursen konzipiert, die vor den Sommerferien im sogenannten FUNK Spezial angeboten werden sollten.
Sprachsensible Aufgabenstellungen, ChatGPT zur Unterrichtsvorbereitung bzw. im Unterricht nutzen, Mehrsprachigkeit als Ressource nutzen: Sprachkontrastives Arbeiten (WiSe 23/24)
Dr. Katharina Hirt
Unsere Fortbildung im November 2023 beschäftigte sich mit mehreren Themenbereichen, die die Förderlehrer*innen bei der Unterrichtsvorbereitung für einen sprachsensiblen Förderunterricht unterstützen sollen. Im ersten Teil wurden die Merkmale sprachsensibler Aufgabenstellungen fachübergreifend besprochen und im Anschluss solche fächerspezifisch erarbeitet. Danach wurden Möglichkeiten zur Unterrichtsvorbereitung mit ChatGPT vorgestellt und ausprobiert, dabei wurde auch die Notwendigkeit zur Vermittlung von Awareness für die Schwächen dieses Tools diskutiert. Im zweiten Teil der Fortbildung wurden nach einer theoretischen Einführung zur Sprachtypologie Methoden zum sprachkontrastiven Arbeiten im Förderunterricht vorgestellt und diskutiert. Es folgte eine Gruppenarbeit zu Sprachbeschreibungen bei FUNK vertretener Schüler*innen-Sprachen wie Arabisch, Türkisch, Russisch und Vietnamesisch, auf deren Basis zukünftig kontrastive Vergleiche im Unterricht vorgenommen werden können.
Neurodidaktik und Grammatikvermittlung im sprachsensiblen Fachunterricht (SoSe 23)
Dr. Katharina Hirt
Im ersten Block der Fortbildung wurden neurowissenschaftliche Erkenntnisse zu Sprachlernprozessen vorgestellt und deren Relevanz für einen lernförderlichen Unterricht bei FUNK diskutiert. Im zweiten Fortbildungskomplex erhielten die Förderlehrer*innen der naturwissenschaftlichen Fächer eine Auffrischung im theoretischen Wissen bezogen auf Strukturen der deutschen Sprache, während die Englischlehrer*innen einen Basis-Kurs für Englisch für das Sprachniveau A2 konzipierten. Im Anschluss wurden allen Teilnehmer*innen Methoden zur Grammatikvermittlung präsentiert und an konkreten Szenarien deren Umsetzung bei FUNK diskutiert.
Mehrsprachigkeit und sprachsensibler Fachunterricht (WiSe 22/23)
Dr. Katharina Hirt
Die Fortbildung beinhaltete eine Sprachlernerfahrung im fremdsprachigen Fachunterricht mit anschließender Reflexion sowie eine Einführung in didaktische Konzepte zur Mehrsprachigkeit. Im zweiten Fortbildungskomplex wurden fachspezifische Textsorten sprachsensibel didaktisiert und die Erstellung, Durchführung und Auswertung des Screening-Instruments „C-Test“ für den Förderunterricht bearbeitet.
Sprachkontrastives Unterrichten und Sprachdiagnostik (SoSe 22)
Olga Klymenko, Dr. Katharina Hirt
Die Fortbildung beinhaltete eine einsprachige Sprachlernerfahrung im Anfängerunterricht Ukrainisch mit anschließender Reflexion sowie eine sprachkontrastive Einführung zu typischen Lernersprachen. Im zweiten Themenkomplex wurden sprachdiagnostische Instrumente vorgestellt und an authentischen Materialien angewendet.
