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Bühne frei!

Die KuFa und das Jugendtheater

Betritt man die Räume der Koblenzer Kulturfabrik, fallen einem als erstes die Massen an bunten Plakaten auf. Wovon sie mit Bildern erzählen, sind ehemalige Stücke, die hier gespielt wurden. Jetzt schmücken sie die Wände der damaligen Papierfabrik – und lassen kaum ein freies Stück zurück.

Von Cabaret über Faust bis hin zur Addams Family wurde hier kaum ein Genre ausgelassen. Doch nicht nur an den Wänden erkennt man die bunte Vielfalt der von vielen sogenannten KuFa. Schnell wird klar, dass hier vor allem auch eines Zuhause ist: das Jugendtheater.

„Mit Herr der Diebe hat alles angefangen“

(Frank Eller)

Wir haben Regisseur und Schauspieler Frank Eller getroffen. Seit 2005 übernimmt er hier die Regie der Jugend-Theaterstücke. Auch er hatte als Jugendlicher in den Räumen der Kulturfabrik die Leidenschaft für das Theater entdeckt. Nach der Schule ging es für ihn dann schnell an die Ausbildung zum professionellen Schauspieler. 

Während unseres Interviews sitzt Frank Eller auf einem kuriosen Thron. Es handelt sich um die Theater-Requisite einer ehemaligen Vorführung. Hinter ihm befindet sich eine weitere Wand voller Werbeplakate. Viele der Stücke, die hier hängen, hat er zusammen mit Jugendlichen und Kindern auf die Beine gestellt. 

„Mit Herr der Diebe hat alles angefangen“, erzählt er schwärmerisch, als wir ihn fragen, wie es zu dem Sprung vom Schauspielern zur Regiearbeit kam. Vieles habe sich einfach ergeben, als er zurück nach Koblenz gezogen sei. Damals habe das Jugendtheater Jemanden gesucht, der die Regie übernimmt.

Begeistert erzählt er uns, worin sich beide Berufe im Wesentlichen unterscheiden:

Über die Freude am Spielen

Warum Frank Eller sich gerade für die Arbeit mit Jugendlichen entschieden hat, fällt ihm auf Anhieb ein:

„Ich bekomme immer wieder gesagt, dass man die Freude am Spielen den Jugendlichen direkt ansieht. Ich sehe das auch jeden Tag und das macht mich auch ein bisschen stolz.“

(Frank Eller)

Dass das Selbstbewusstsein der jungen Schauspielenden bei jeder neuen Probe wächst, ist nur ein Vorteil des Theaterspielens. Auch organisierter würden die Darstellenden werden, so Eller. Was man im Theater bei den Proben und auf der Bühne lernt, übertrage sich leicht auf das echte Leben. Und obwohl er auch immer wieder Projekte mit Erwachsenen mitgestaltet, sei die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen immer etwas ganz besonderes. 

„Ein bisschen sind das auch wie meine eigenen Kinder… aber ich kann sie nach den Proben wieder abgeben.“

(Frank Eller)

Der Probenraum – hier entwickeln die jungen Schauspielenden ihre Rollen und Stücke.

In den Gruppen von ungefähr 22 Jugendlichen bekommen alle, die gecastet wurden, eine eigene Rolle. Auch wenn es nur eine kleinere Rolle ist, ist es für den Regisseuren wichtig, dass die Darstellenden sich mit ihr identifizieren können. Hier soll Jeder zum Spielen kommen.

Bei Vorsprechen für neue Stücke lässt Eller die jüngeren Kinder gerne in ihrer Gruppe einen Witz erzählen. Dabei beobachtet er vor allem die anderen, um zu sehen, ob sie gut zuhören können.

„Das beinahe Wichtigste im Jugendtheater und generell im Schauspieler-Dasein ist nämlich tatsächlich das Warten“, sagt Eller, als er von den Castings erzählt.

“Als Schauspieler musst du immer warten. Andauernd.”

Frank Eller

Die Bedeutung des Jugendtheaters

Wenn man von der Kulturfabrik spricht, kommt man um das Jugendtheater nur schwer herum. Dass die beiden Einrichtungen eigentlich untrennbar zusammengehören, scheint hier ein ungeschriebenes Gesetz zu sein: 

Ein Vorhang, der geradezu “Willkommen” ruft – hier sind regelmäßig die Stücke des Jugendtheaters zu bewundern.

Neue Projekte über alte Vergangenheiten

Diese enge Verbindung zeigt sich wohl auch im derzeit neusten Projekt: Die Papierjungs. Angelehnt an seine Vergangenheit, wird das neue bewegliche Stück die Geschichte hinter der Fabrik erzählen. Dabei soll sich das Publikum mit den Schauspielenden durch die Zimmer bewegen. Und damit buchstäblich durch Raum und Zeit. Die alte Papierfabrik erweckt zu neuem Leben.

Damit erscheint das neue Stück wie eine richtige kleine Liebeserklärung an die Kulturfabrik und es ist sicher: zweifellos, die beiden gehören wohl heute einfach zusammen!

Die Papierjungs, eine kleine Liebeserklärung des Jugendtheaters an die geliebte Kulturfabrik.

Wenn Sie gerne mehr über die Kultur- und ehemalige Papierfabrik lesen möchten, schauen Sie gerne in dem Beitrag Hinter Kultur versteckt sich Papier vorbei!

Weitere Links für Interessierte:

https://www.kufa-koblenz.de/

https://www.instagram.com/kufa_koblenz/

http://www.koblenzerjugendtheater.de/

https://stadtarchivkoblenz.wordpress.com/

https://www.uni-koblenz-landau.de/de/koblenz/fb2/ik

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