Finnland 2014 – Oulu

– by Rizwan Malik

PRIVAT: MEINE ERSTEN EINDRÜCKE VON MEINEM AUSLANDSSEMESTER IN OULU

Mittlerweile bin ich schon zwei Wochen hier in Oulu.

In den ersten Tagen (Orientation Days) wurden wir mit Informationen ueberhäuft, wobei ich denke, dass dies anfangst nicht ganz vermeidbar ist.
Jedem Exchange-Student wurde ein einheimischer Tutor (Kummie) zugewiesen, die einem besonders in den ersten Tagen bei vielen organisatorischen Tätigkeiten/Fragen bei Seite stehen.

Die Kurseauswahl/Registierung läuft aehnlich wie bei uns in Koblenz (KLIPS) ab, wobei nahezu alle Kurse eine begrenzte Anzahl von Teilnehmern haben dürfen, sodass man sich zügig entscheiden muss (bei Kursen mit mehr als die ,,erlaubte“ registrierte Teilnehmeranzahl entscheidet wohl der Dozent, ob mehr aufgenommen werden können).

Ich wohne in einem von vielen Wohnheimen der Non-Profit-Organisation PSOAS in Oulu. Man muss sich uberigens sehr frueh fuer für diese bewerben, um überhaupt ein Appartement von PSOAS zu bekommen. Dadurch dass unser und das naheliegende Wohnheim Hochhäuser sind, leben hier dementsprechend viele Studenten, sodass man fortan mit vielen International Students (aber auch relativ viele Deutsche :D) schnell in Kontakt kommt. Mein 17qm-Zimmer ist verhältnismässig groß und hat ein eigenes Waschbecken. Generell bin ich von der Ausstattung der Appartments und die gemeinsame Kueche, Bad und WC zwar nicht ganz begeistert, aber durch Improvisieren mit den anderen Studenten, hier und da, noch ganz in Ordnung. Das Deluxe im Wohnheim ist jedoch: Die Sauna! 

Ganz wichtig in Oulu: Man braucht hier dringend ein Fahrrad – denn jeder fährt eins ! Am Anfang des Semester ist die Nachfrage an Fahrrädern sehr hoch und die Preise dementsprechend auch. Es empfiehlt sich, wenn möglich, ein Fahrrad vorab kostengünstig durch den Kummie kaufen zu lassen. So spart man sich am Anfang viel Stress und die ziemlich teuren Einzelfahrscheine im Bus.

PRIVAT: ZWEITER TEIL DES AUSLANDSAUFENTHALT IN OULU

So, nun bin ich schon über 2 Monate in Oulu, und es hat sich einiges getan:

Studium:
Die Vorlesungen an der Oulu Business School sind nicht viel anders als in Koblenz. Beispielsweise besuchten wir den Kurs ,,Leadership und Change (L&C)“ ca.  30-40 Studenten, die Professoren führen meistens One-Way-Communication, sodass interaktive Vorlesungen kaum stattfinden. Trotz alle dem, legen die meisten Professoren Wert darauf, dass die Studenten viele Aufgaben in Gruppen erledigen, um die Teamfähigkeit Einzelner zu fördern. Deshalb wurden uns in L&C neben die Erarbeitung von Indiviual Assignments und Individual Project auch Aufgaben in Gruppen auferlegt. Der Aufwand für dieses 6ECTS-Modul war meines Erachtens zwar relativ hoch, aber dafür sehr hilfreich um das Englisch aufzufrischen. Darüber hinaus konnte man auch viele neue Sachen erlernen und  andere Sichtweisen (über Leadership) aus amerikanischen Literaturen kennenlernen.  Generell arbeiteten wir oftmals mit amerikanischen Artikeln oder Literatur, das man damit begründen könnte, dass die Finnen (Einwohnerzahl ca. 5,5 Mio) nicht selbst über diese Anzahl/Qualität amerikanischer Literatur verfügen können. L&C ist insgesamt empfehlenswert, da wir insbesondere gleich zwei Module ,,Internationales Management“ und ,,Management & Führung“ in Koblenz anerkannt bekommt. Des Weiteren belegte ich Portfolio Theory (in Koblenz: Investition & Finanzierung II), die natürlich mehr mathematisch ausgeprägt ist, aber dennoch ganz interessant war.

Freizeit:
International Students erleben hier in kürzester Zeit relativ viel. Das liegt insbesondere daran, dass die Organisationen ESN und NISO Oulu Programme mit vielen Events anbieten. Darunter fallen Trips nach St. Petersburg, Pirates of the Baltic Sea (Schiffsfahrt von Helsinki nach Oulu über 2 Tage) und viele andere Events an, die die International Students zusammenbringen, um einfach eine tolle Zeit zu genießen.
Anhand eines Sportspass (24 Euro/Semester) kann man viele Sportveranstaltungen (Volleyball, Fußball, Tanzen etc.) meist kostenlos besuchen. Meistens fanden diese Indoor statt, da es in diesen Monaten es einfach zu kalt (bis zu -10 Grad) ist, um draußen Sport zu treiben.

Generell gibt es meiner Meinung nach in Oulu (ca.  190.000 Einwohner) verhältnismäßig nicht viele Ausgehmöglichkeiten. Die Stadtmitte hat kaum zu bieten. Wenn man z.B. groß Shoppen möchte, dann sollte man es lieber in Deutschland schon getan haben oder während den Trips in Helsinki/Tallin/St. Petersburg. Die Anzahl der Clubs und insbesondere Bars sind auch sehr bescheiden. Trotz alle dem, wenn man nette Leute kennengelernt hat, gibt es viele andere Möglichkeiten hier eine tolle Zeit zu genießen.

PRIVAT: ENDE DES AUSLANDSAUFENTHALT IN OULU

So, das Kapitel Auslandssemester in Oulu ist nun zu Ende gegangen.

Das Ende meines Aufenthalts in Finnland war weniger ereignisreich. Das lag insbesondere an den Wetterbedingungen. Die Tage der letzten Wochen in Oulu wurden ab November von Tag zu Tag ersichtlich kürzer. Im Dezember hatte man mittlerweile nur 5-6 Stunden Tageslicht.  Darüberhinaus hat man es mit enormer Kälte (bis zu Minus 10 Grad und Glatteis) zu kämpfen. Leider bin ich zudem noch zum Ende des Semesters erkrankt.

Studium:
Das Studium/Universitätsleben hat sich im Gegensatz zum 2. Teil meines Blogs kaum geändert. Das von mir belegte Modul ,,Corporate Governance“ (in Koblenz: Wertorientierte Unternehmensführung) bestand aus Gruppenarbeit inkl. Präsentation (40% der Gesamtnote) und einer Klausur (60% der Gesamtnote). Auch in diesem Fall war der Aufwand für das 6ECTS Modul relativ hoch. Nichtsdestotrotz, bin ich dem Modulauswahl sehr zufrieden, da dieses Modul sehr interessant und lehrreich war. Auch die Klausur war sehr fair, die unter anderem Multiple Choice Aufgaben beinhaltete.

Freizeit:
Nach der Klausurphase macht ich ein Trip nach Helsinki. Sehr günstig fährt man mit dem Onnibus, einem Fernbusunternehmen in Helsinki. Dennoch rate ich für so einen Trip, frühzeitig einen günstigen Flug zu buchen, da die Fahrt mit dem Bus (ca. 8 Stunden von Oulu nach Helsinki) sehr anstrengend sein kann. Die Stadt Helsinki ist auf jeden Fall sehenswert und bietet relativ viele Ausgehmöglichkeiten.

Wohnen:
In den letzten Wochen meines Aufenthalts wurde es in unserem Wohnheim von PSOAS ruhiger.
Am Tag der Appartmentübergabe habe ich mein Appartment vom Hausmeister überprüfen lassen, damit es später keine Probleme bei der Kautionsbezahlung gibt. Die Schlüssel musste ich dann am Tag der Abreise beim PSOAS Office abgeben.

Abreise:
Nachdem ich das Appartmentschlüssel beim PSOAS Office abgegeben hatte, machte ich mich auf dem Weg zum Flughafen Oulu, um den Flug mit Finnair nach Frankfurt anzutreten. Mit dem Bus dauert es vom Wohnheim ca. 1 Stunde zum Ouu Flughafen. Nach dieser Erfahrung würde ich empfehlen, insbesondere wenn man mit mehreren Gepäckstücken unterwegs ist, ein Taxi zu bestellen.

Fazit:
Oulu ist eine sehr gewöhnungsbedürftige Stadt. Es bietet viel Natur und hat relativ wenig Ausgehmöglichkeiten. Aufgrund dessen, bieten verschiedene Organisation wie ESN oder NISO viele Events an, in denen man viele neue Kontakte knüpft und viel Spaß haben kann. Die Organisation der Universität empfand ich insgesamt als sehr gut.  Auch bemühen sich die Mitarbeiter/Professoren der Universität, dass die International Students sich stets wohl fühlen. Einheimische finnische Studenten lernt man jedoch kaum kennen, sodass man viel mehr mit den Austauschstudenten zu tun hat. Im Wintersemester sollte man damit rechnen, dass man aufgrund der Kälte und kurzen Tagen, weniger Aktivitäten im Freien unternimmt.
Insgesamt war es eine schöne, interessante und abwechslungsreiche Zeit in Oulu.

 

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